Fordypningsrommet: Rückzugsort für Künstler auf Fleinvær

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Fordypningsrommet: Rückzugsort für Künstler auf Fleinvær

Hoch im Norden, eine Bootsstunde von Bodø entfernt, stößt man auf dieden Elementen ausgesetzte Inselgruppe Fleinvær. Auf der Hauptinsel Sørvær leben nur neun Menschen. Dennoch ist diese wunderschöne Gegend dank eines einzigartigen Bauprojekts ein beliebter Aufenthaltsort für Künstler aus der ganzen Welt.

Hier hat der Musiker Håvard Lund einen Rückzugsort für Kunstschaffende geschaffen. Die Idee: Die Künstler sollen „zuerst von allem losgelöst werden und dann ankommen.“ Auf Englisch ist dieser Ort bekannt als „The Arctic Hideaway“.

„Auf Sørvær sucht man vergebens nach Autos oder Geschäften – näher an die absolute Ruhe kommt man nicht heran. Hier bist du fernab des Lärms der modernen Zivilisation, vor dem du dich sonst nur schlecht schützen kannst.“, erklärt Lund.

Die Häuser tragen Spuren alter Traditionen und einer Zeit, als das Leben in Norwegen karg war. Badezimmer, Küche und Schlafplatz befinden sich in separaten Häusern.

„In einer Umgebung ohne materielle Ablenkung kommt man leichter mit seiner Kreativität in Kontakt. Hier genießt man den Luxus einer gewaltigen Natur und einer atemberaubenden Aussicht.“, erzählt der Musiker.

Fordypningsrommet på Fleinvær

Für die Ewigkeit gebaut

Aufgrund seiner geografischen Lage und des harten Klimas hielt man das Projekt lange für zu ambitiös. Auch Lund, der Begründer, hatte manchmal der Zweifel.

„Mit diesem Projekt wollte ich in erster Linie etwas für die Ewigkeit bauen“, erklärt er. „Bevor ich aber wirklich nur ansatzweise daran glauben konnte, hatten die Gebäude bereits den ersten harten Winter überlebt. Denn nachdem sie selbst nach mehreren Orkanen noch wie Felsen in der Brandung dastanden, wusste ich: Was, wenn nicht das wird alles überdauern?“

Besonders wichtig war, dass die Gebäude wirklich Wind und Wasser standhalten. Darüber hinaus sollten sie nachhaltig sein – deswegen bekamen Sie eine wartungsfreie Holzfassade.

Lund: „An allererster Stelle steht die Rücksicht auf die Natur. Erst danach geht es darum, dass Menschen für viele Jahre Freude daran haben sollen. Wir wussten, dass wir zuerst mit den Kräften der Natur zurecht kommen mussten. Nur so kann man etwas erschaffen, das von alleine und ohne weiteres menschliches Zutun fortbesteht.“

Fordypningsrommet på Fleinvær

Graue Holzfassade – im Einklang mit der Natur

Die Holzfassade aus Kebony Character fügt sich nahtlos in die urnorwegische Landschaft ein und erzeugt ein Gefühl natürlicher Harmonie. Das Holz der Fassade wird sich über die Jahre langsam von braun zu silbergrau verfärben – die zeitlose Eleganz und die robusten Eigenschaften bleiben.

Heute macht sich Håvard Lund keine Gedanken mehr über die Zukunft des Refugiums Fordypningsrommet: „Dieses Bauwerk wurde in seiner Ausführung und hinsichtlich der Wahl des Holzes für die Fassade für die Zukunft gebaut. Dabei wurde das Projekt in jeder Phase mit Qualitätsbewusstsein und Leidenschaft begleitet. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen.

Fordypningsrommet på Fleinvær

Traditionelles Gebäude in moderner Form

Die Gebäude sind zugleich eine Hommage an die lange und reichhaltige Küstentradition Norwegens. Eines davon, der sogenannte Turm, steht auf einem Pfeiler und ist von den samischen „Njallas“ inspiriert. Njallas oder Stabbur sind Holzhäuser, ursprünglich zur Lagerung von Lebensmitteln, die oft mehrere Meter über dem Untergrund gebaut werden.

Lund hatte das Grundstück auf Fleinvær zwar bereits im Jahr 2004 gekauft, doch begann das Projekt erst dann Form anzunehmen, als er mit den Architekten von TYIN und dem samischen Architekten Sami Rintala dahin reiste. Im Team mit mehreren Künstlerinnen und Künstlern entwickelten und erschufen sie schließlich gemeinsam die Ideen und letztlich die Gebäude.

Fordypningsrommet på Fleinvær

International anerkannte Architektur aus Holz

Das Ergebnis ist überzeugend: Das Gebäudeenseble hat eine ganze Reihe von Preisen gewonnen und wurde vom lokalen wie auch internationalen Umfeld in den höchsten Tönen gelobt. So haben sich schon viele von diesen Gebäuden faszinieren lassen. Künstlerinnen und Künstler kommen aus aller Welt, um diesen Ort zu erleben. Letztes Jahr wurde Fordypningsrommet zudem von der renommierten Website Architizer in der Kategorie „Architektur in der Landschaft“ zum Gewinner gekürtgekürt und Lonely Planet stellte es auf dem Titel als einer der „schönsten Orte zum Aufwachen“ vor.

Fordypningsrommet på Fleinvær