Resthof neu gedacht

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Dialog zwischen alt und neu

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Alte Resthöfe werden oft aufwändig restauriert, um deren Charakter zu erhalten. Martin Ebert von LINK Arkitektur hat einen anderen Weg gewählt: Er hat dem erhaltenen Teil eines Dreiseithofs einen modernen gegenüber gestellt. Die Familie Lersch kaufte um die Jahrtausendwende einen alten, baufälligen Resthof, der um 1900 am Fluss Gomma, in der Nähe von Fredrikstad in Norwegen errichtet worden war. Einige Teile des Gebäudes ließen sich erhalten, andere mussten rückgebaut werden. Den verbleibenden Komplex ergänzten die Bauherren auf geschickte Weise mit einem modernen Holzständerbau. 
 
Das Design orientiert sich dabei an den traditionellen norwegischen Farmhäusern mit ihren typischen Satteldächern. Das neue Gebäude spiegelt die traditionelle Ästhetik auf minimalistische und moderne Weise. Das ansehnliche Setting schafft eine Öffnung des Gebäudes zum Garten. Tragende Konstruktion ist ein Holz-Ständerwerk. Glas und Aluminium wurden extensiv genutzt, aber für Dach und Fassade wählte der federführende Architekt Martin Ebert Kebony-Holz, um die Tradition der klassischen Kiefernholzfassaden aufzugreifen und gleichzeitig eine lange Standzeit zu gewährleisten. 

Dialog zwischen alt und neu

Kebony verwendet Kiefernholz als Ausgansmaterial und upgradet es mit Hilfe einer speziellen Technologie. Es entsteht Holz mit hoher Dauerhaftigkeit, exzellenter Dimensionsstabilität und sehr hoher Festigkeit, vergleichbar mit dauerhaften tropischen Harthölzern. Das Ausgangsmaterial wird mit Furfurylalkohol, einem Naturprodukt, getränkt und anschließend getrocknet. Dabei vernetzt der Bioalkohol mit dem Holz und modifiziert es derart, dass zum einen Schädlinge es als Substrat nicht mehr erkennen und es zum anderen kaum noch Feuchtigkeit aufnehmen kann. 

Durch die natürliche Bewitterung erhält das anfangs dunkelbraune Holz eine silbergraue Patina. So entsteht eine Fassade mit einem Anklang an alte, verwitterte Fassaden. Sie schafft zum hellen Interieur einen ansehnlichen Kontrast. Das Dach ist über der Dachhaut mit einer offenen Lattenkonstruktion aus Kebony-Holz eingedeckt. Gerade hier kommen die guten Witterungseigenschaften des Kebony-Holzes zur Geltung. Alternativ hätten hier nur tropische Harthölzer eingesetzt werden können, da hohe Dauerhaftigkeit und gutes Stehvermögen des Holzes für diese Konstruktion erforderlich sind. 

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Die Traufe des Daches endet hinter der Holzfassade, so dass weder Dachrinnen noch Fallrohre sichtbar sind. Die Außenhaut des Gebäudes erhält so das Aussehen einer großen Holzschachtel. Aufliegender winterlicher Schnee wird von der Drainage des Daches ferngehalten und das in der Fassade abgeführte Schmelzwasser bleibt frostfrei. Im Innenbereich besteht der Boden aus Beton. Die darin eigebettete Fußbodenheizung wird von einer Erdwärmepumpe gespeist. Diese ist funktional reversibel, so dass im Winter geheizt und im Sommer gekühlt werden kann. 

Martin Ebert, verantwortlicher Architekt für das Projekt bei LINK Arkitektur kommentiert: “Die Arbeit an diesem Projekt war deshalb sehr spannend, weil hier traditionelle Materialein und Bauweisen mit modernen architektonischen Elementen verwoben sind. Die Kebony–Holzfassade hält traditionelle Architektur am Leben – ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt, wie es bei der Verwendung dauerhafter tropischer Holzarten unter Umständen der Fall gewesen wäre.“ 

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Sabine Domayer, Marketingchefin bei Kebony fügt hinzu: „Wir sind ganz begeistert, dass wir ein Teil von diesem Projekt sein können. Martin Ebert und sein Team haben einen wirklich besonderen Stil geschaffen, indem sie beides, Funktion und Schönheit in einem nachhaltigen, pittoreskem Familienhaus vereinen. Tradition trifft Moderne - und das auf ganz harmonische Weise.“

Pressefotos: © Hundven-Clements Photography

Autor:

Dr. Constantin Sander ist Diplom-Holzwirt, hat acht Jahre in der Forschung und Entwicklung im Holzbereich gearbeitet und neun Jahre Erfahrung in Marketing und Vertrieb, zuletzt als Marketingleiter. Er betreibt seit 2008 ein Beratungsbüro.